Auf unserem Weg Richtung Norden haben wir noch einen Tag in der Hauptstadt Rom verbracht. Es zog uns eigentlich gar nicht wirklich dort hin aber wenn man schon mal in der Nähe ist, kann man ja mal vorbeischauen. Da wir uns in einer Großstadt befanden, fiel der Stellplatz auch eher weniger schön aus aber damit haben wir gerechnet. Es hatte nämlich auch seine guten Seiten, denn wir waren relativ zentral und konnten mit dem Fahrrad zum Koloseum fahren. Die Fahrt war ziemlich spannend, denn die Italiener haben zunächst ihren ganz eigenen Fahrstil und außerdem ist es eine riesige Stadt mit viel Verkehr. Wir kamen aber wohlauf am Koloseum an. Als wir dann gerade unsere Räder abschließen wollten, um den Rest zu Fuß zu erkunden, fiel es uns dann auf…keiner von uns hatte das Schloss mit genommen. Naja, dann mussten wir Rom halt mit den Fahrrädern erkunden. Eine Besichtigung fiel damit auch ins Wasser aber man kann ein Glück vieles von außen gut genug betrachten. Vor dem Kolosseum wurden wir dauernd von Tourguides angequatscht und flüchteten letztendlich nach einigen Minuten. Danach gingen wir am Forum Romanum vorbei, in dem man viele Überbleibsel des römischen Reichs sehen kann. Julius war von der Statue seines Namensvetters Julius Caesar natürlich ganz angetan.

Dann ging es weiter durch das Getümmel zum Trevi Brunnen. Der Brunnen war wirklich riesig und wunderschön. Überall drängelten sich Touristen um das beste Foto von sich vor dem Brunnen zu schießen und auch ich musste Julius überreden ein paar Bilder zu schießen. Wegen der Coronaschutzmaßnahmen konnte man leider nicht so nahe an den Brunnen heran wie sonst und wir mussten ihn von oben aus betrachten. Später aßen wir noch in einer kleinen Trattoria Pizza und beobachteten das Treiben in der Stadt. Mehr haben wir an einem Tag nicht geschafft, vielleicht hätten wir ein ganz anderes Bild von der Stadt, wenn wir uns noch mehr Zeit genommen hätten, sie besser kennenzulernen. 

Wir haben es zwar auf Instagram schon erwähnt aber ich möchte es hier auch nochmal ansprechen. Auf unserer Tour durch Rom ist uns nämlich eines ganz besonders aufgefallen. Es war zunächst die Hohe Zahl an Obdachlosen, die wir gesehen haben. Später haben wir herausgefunden, dass Rom zu den Städten mit extrem hoher Obdachlosenrate gehört. Bei der Armut um uns herum konnten wir unsren privilegierten Ausflug zunächst gar nicht mehr genießen, auf der anderen Seite wurde uns wieder klar, wie glücklich wir sein können, ein Dach über dem Kopf zu haben und so frei reisen zu können. Des weiteren ist uns der Gestank und der viele Müll in den Straßen aufgefallen. Das findet man natürlich in jeder Großstadt aber in so einem Ausmaß haben wir es bisher nirgends wahrgenommen.

Ich möchte die Stadt hier keineswegs schlecht reden, das kann ich nach dem winzigen Einblick auch gar nicht. Ich will nur einfach zum Ausdruck bringen, wie schade ich es finde, dass man eine Stadt, die so viel Historie eines Landes repräsentiert, so „zumüllt“. Die Schuld daran liegt wahrscheinlich auch weniger an den Einwohnern, sondern viel mehr an den unzähligen Touristen, die die Stadt jährlich besuchen. Es hat uns auch einfach nochmal klar gemacht, dass wir nur zu Gast in diesem Land sind und dies auch respektieren sollten. Seitdem beschäftigen wir uns wieder mehr mit dem Thema Umweltverschmutzung und achten verstärkt darauf, die Orte an denen wir waren sauber zu hinterlassen.

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